Soll das Cookie-Banner bestehen bleiben?

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Soll das Cookie-Banner bestehen bleiben?

Ein Ärgernis für jeden Internetnutzer: das Cookie- und Tracking-Popup, das erscheint, wenn man eine Website zum ersten Mal besucht. (Und oft auch danach noch). Derzeit wird in der EU diskutiert, ob dies so bleiben soll oder ob es hierfür standardmäßig eine automatische Benachrichtigung geben sollte. In Brüssel liegt daher ein wichtiger Vorschlag auf dem Tisch, um dieser „Einwilligungsmüdigkeit“ endgültig ein Ende zu setzen: der Europäische Digital-Omnibus.

Was genau beinhaltet der EU-Vorschlag?

Die Europäische Kommission will die separaten Cookie-Hinweise pro Website abschaffen. Stattdessen schlägt die EU ein automatisches Benachrichtigungssystem über den Browser (wie Chrome, Firefox oder Safari) vor:

  • Zentrale Browsereinstellung: Besucher legen ihre Datenschutzeinstellungen einmalig im Browser fest. Der Browser leitet dieses Signal automatisch an jede Website weiter, die sie besuchen.
  • Verpflichtende Anerkennung: Wenn ein Browser das Signal „Kein Tracking“ sendet, darf die Website kein Cookie-Banner anzeigen und muss die Entscheidung sofort respektieren.
  • Ausnahmen für funktionale Cookies: Nach den neuen Vorschriften sind Sicherheits-Cookies, funktionale Cookies und einfache eigene Statistiken von der Einwilligungspflicht ausgenommen.
  • Wartezeit von 6 Monaten: Wenn ein Besucher das Tracking ablehnt, darf eine Website die Frage erst nach einem halben Jahr erneut stellen.

Der Kampf hinter den Kulissen

Obwohl der Plan von Verbraucherorganisationen viel Unterstützung erhält, ist der Ausgang noch nicht entschieden. Tech-Giganten wie Google und verschiedene EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland und Frankreich, sind besorgt über die Auswirkungen auf den Online-Werbemarkt. Da automatische „Nein“-Signale die Erhebung von Marketingdaten erschweren, wird intensiv Lobbyarbeit betrieben, um die vorgeschriebenen automatischen Browsersignale abzuschwächen oder ganz zu streichen. Vor allem von Seiten eines Unternehmens wie Google, das den Zugriff auf seine (unsere) Daten verliert.

Aspekt Aktuelle Situation Vorgeschlagene Zukunft der EU
Einwilligung Pro Website über ein Pop-up-Banner Einmalig über den Browser
Analytische Cookies Oftmals ist eine Einwilligung erforderlich Für grundlegende Statistiken ausgenommen
Wiederholte Abfragen Kann bei jedem Besuch erfolgen Bei Ablehnung maximal einmal alle 6 Monate

Es stellt sich also die Frage, ob dies durchgesetzt werden kann. Die EU ist bereits mehrfach hart gegen Google vorgegangen, doch da auch verschiedene Mitgliedstaaten dagegen sind, könnte dies problematisch werden.

Rein aus der Perspektive eines Website-Entwicklers ist es eine Sache weniger, für die ein Nutzer eine manuelle Aktion durchführen muss. Für Marketingfachleute, Webdesigner, Entwickler und alle anderen Systeme hinter einer Website könnte dies also eine positive Entwicklung sein. Zumal wir wissen, dass Nutzer faul sind – schon ein einziger manueller Schritt ist oft schon zu viel.

Allerdings könnte dadurch natürlich der Zugriff auf Nutzerdaten eingeschränkt werden. Aus diesem Grund sind wir selbst schon seit Langem dafür, so wenig personenbezogene Daten wie möglich von Nutzern zu erheben. Es ist nützlich zu wissen, woher ein Nutzer kam, welche Seite oder Seiten er sich angesehen hat, sowie einige grundlegende Informationen wie das Herkunftsland. Aber muss man mehr als das über jeden Besucher wissen, der auf Ihre Website kommt? Das scheint uns jedenfalls nicht der Fall zu sein.

Was bedeutet das nun für Ihre Website?

Vorerst ändert sich kurzfristig noch nichts. Die Gesetzgebung muss noch endgültig verabschiedet werden, und die technischen Standards für Browser werden erst in den kommenden Jahren eingeführt.

Bis dahin bleibt ein korrektes Cookie-Banner verpflichtend, wenn du Tracking, Remarketing oder externe Skripte (wie Meta-Pixel oder Google Ads) auf deiner Website einsetzt. Achte jedoch darauf, dass das Banner den aktuellen DSGVO-Anforderungen entspricht: „Ablehnen“ muss genauso einfach sein wie „Akzeptieren“.

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